bottleneck

Nachdem ich ungefähr ein Jahr lang Gitarre gespielt hatte (Ende 1978), kam ich das erste Mal auf die Idee, Slide-Gitarre zu spielen. Das hatte mehrere Gründe: Zum einem war ich zum "Fan" der Rolling Stones und anderer Sixties-Bands (Animals, Yardbirds, Canned Heat, Pretty Things etc.) geworden und hatte mich über das Radio über deren musikalischen Vorbilder informiert. Dadurch angeregt, fand ich eine sehr gute Gitarrenschule in deutsch: Helmut Grahl "Die Folkblues Gitarre". Aus dieser Schule schöpfte ich mein "Blues"-Wissen und mit Hilfe der darin enthaltenen Disko- und Biografie wusste ich, wonach ich suchen musste. Zwar gab es diese Platten fast überhaupt nicht zu kaufen, aber immerhin gab es Radiosendungen (in Ost und West), in denen diese Musik gespielt wurde.
Zum anderen spielten nur wenige Gitarristen - oder sogar keiner - in meinem unmittelbaren Umfeld, die diese Art spielten und wie bereits an anderer Stelle erwähnt, wollte ich bereits als blutiger Anfänger nicht "einer von vielen" sein (dass ich das natürlich trotzdem war, war mir als Teenager logischerweise nur z.T. klar). Dass ich keine komplizierten Barré-Akkorde greifen musste, kam mir auch sehr entgegen und so spielte ich erst in open D/E und später in open G/A.
Nachdem ich anfangs einigermaßen gut voran gekommen war, glaubte ich, dass diese Spielweise doch sehr stark einschränkend sei - stilistisch (Blues und Bluesrock) und auch in der Wahl der Tonarten. Deshalb verwendete ich den Bottleneck immer seltener und bald gar nicht mehr.

2015 nach beinahe 20 Jahren habe ich dann wieder angefangen: Dieses Mal ohne mich um Tonarten, Stilrichtungen etc. zu kümmern, sondern um einfach Musik zu machen. Das war eine gute Idee. Einfach versuchen, was geht. Und es ging viel mehr als ich anfangs angenommen hatte. Meine neue Art der Herangehensweise hatte ich durch das spielen der lap steel bekommen; also Gitarre auf den Schoß legen und dann nur mit einem Slide spielen und gar nicht mehr greifen. Aber dazu unter den Unterpunkt lap steel mehr.