008 Framat's music blog in german & english language 9th of September2016

Dienstag, 6.09.2016 an der Eastside Gallery Auf knapp hundert Metern werden sich im Laufe meiner 3-stündigen Spielzeit bis zu drei Hütchenspieler-Formationen tummeln und z.T. handgreiflich gegenüber Touristen werden. Dementsprechend merkwürdig ist die Atmosphäre, obwohl rein äußerlich alles wie sonst scheint. Es ist ein warmer Spätsommertag und die nächsten Tage werden noch wärmer werden - bis zu 30 Grad Celsius. Doch irgendwie steckt an diesem Platz heute der Wurm drinnen: Statt e i n e s Flaschensammlers, der alle 25 Minuten an einen von mir aus gelegenen Papierkorb vorbei kommt, d.h. seine "Runde dreht", machen ihm jetzt noch vier weitere - z.T. per Fahrrad - seinen angestammten Platz streitig - alle fünf Minuten scheint irgend jemand in diesem Papierkorb nach irgend etwas zu suchen. Am Ende des Tages beschließe ich, die Eastside Gallery den Touristen, Hütchenspielern und Flaschensammlern erst einmal zu überlassen und entscheide, dort erst einmal nicht mehr zu spielen. Die nahe gelegene vom Urin verstunkene Oberbaumbrücke ist auch keine Alternative - manches Bahnhofsklo duftet dagegen wie eine Luxus-Parfümerie.
Mittwoch und Donnerstag, 7.09. + 8.09.2016 am Tempelhofer Hafen Hier sind weitaus weniger Leute unterwegs als an Touristen-Attraktionen in der Mitte Berlins. Trotzdem ist es alles andere als leer: Die Menschen, die im Ullstein-Gebäude arbeiten verbringen z.T. ihre Mittagspause hier, U-Bahn und Fahrgäste der Buslinien halten inne und bleiben für ein paar Lieder stehen, werden zu Zuhörern. Das war wegen des schmalen Weges an der Eastside Gallery nahezu unmöglich. Bis auf drei Liedern auf der Mundharmonika spiele ich Gitarre. Ich tue das ausschließlich mit bzw. zu den Playbacks, die ich mit BAND-IN-THE-BOX erstellt hatte. Einige dieser Playbacks werde ich überarbeiten müssen, andere funktionieren trotz (oder wegen) ihrer Einfachheit. Blues über Shuffle in E-Dur, als Swing in D, etwas Slide Gitarre "Little Red Rooster" lässt grüßen, aber auch Instrumental-Versionen meiner eigenen Lieder (VERKANNTES GENIE, SOMMER und dem bisher unveröffentlichten DEINE STADT IST NUR FASSADE). Man kommt mit Leuten ins Gespräch: Sei es mit dem 80-jährigen Jazz-Fan, der einmal eine Jazz-Band als Hobby managte, bis der Bandleader und Junior des Ensembles einfach tot umkippte, nachdem er aus dem Ski-Urlaub zurückkehrte und die Combo daraufhin auseinanderfiel; sei es mit der Schülerin, die lautstark meint: "Sie sind doch nur ein Betrüger, der gar nicht Gitarre spielt, sondern nur mit der Gitarre zum Playback posiert!" und fordert, nun selbst in die Saiten greifen zu dürfen, aber der ich nur ein "Nee, du bist mir zu frech! Ansonsten hätte ich dir es vielleicht erlaubt." :-) Aber es ist alles okay. Eine Frau mit Bierflasche und Zigarillo fragt mich freundlich, ob ich denn vorhabe, Straßenmusik zu machen und ob ich eine Sängerin gebrauchen könnte, denn mein Einpacken meines Gerätes interpretiert sie als Auspacken und Start der Musik. Als Gegenleistung bekomme ich dann noch MACKIE MESSER, SWEET MOLLY MALONE und etliches Andere zu Gehör. Aber die -September-Sonne sengt doch immer noch recht intensiv, was der besonders zu spüren bekommt, der sich wie ich nie eincremt oder sonstwie vor Sonne schützt. Ich schätze, ich werde öfters mal in Tempelhof spielen.

I played on two different locations this week: Twice in Tempelhof and once in the City of Berlin near the former Wall (now Eastside Gallery). I played both locations before but I decided to stop playing in the City for some time with all the tourists, gamblers and other busybodies in favor for the "almost"-suburb Tempelhof. And it was a good decision: There are not as much people on the streets as in the City but people take their time to stop and listen: during their lunch break, waiting for busses and subways, taking their kids to a cafeteria for an ice-cream etc.. I also decided to concentrate more on my guitar-playing and own songs. My street music will become more a showcase of working on my own material than playing a setlist with cover songs. I use Playbacks msáde by BAND-IN-THE-BOX. Some are quite good while others need some re-work. My set is some Blues, some own songs done differently than I useually play it. Playbacks usually contain bass, drums/percussion and sometimes rudimentary keyboard. I proably quit the harmonica-playing on the streets for some time - it seems to me people are even more attracted to the millionth guitar-player than to one of the few harmonica-players :-) but that is not the main reason to put the focus on guitar again.

Kommentare

Hi Frank!
Ich finde es gut, daß Du Straßenmusik machst und ebenso finde ich deinen neuen upload gut.....
Mehr Gitarre würde ich hören..vielleicht mal was mit Gesang:)
Thx for sharing,
Heino

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Das ist in Vorbereitung - ich will das mit der Open D und der Ulmer-Stimmung kombinieren. Das Mundharmonika-Spiel als Hauptinstrument bzw. Schwerpunkt für Straßenmusik hat sich erst einmal für mich erledigt. Möglicherweise werde ich sogar mit playbacks Straßenmusik machen, auf denen mein eigener Gesang aufgenommen ist und ich werde dazu Gitarre spielen. Der 3-Watt-Verstärker ist schon gut, aber bei Playbacks, Live-Gesang und Gitarre scheint die Grenze dann doch überschritten zu sein, dass man wirklich jedes Wort, was ich singe, verstehen kann :-)
Gruß
Frank

Hi Frank! Da freue ich mich schon drauf. Wenn ich endlich wieder singen kann, komme ich dazu, wieder was frisches aufzunehmen. Vielleicht nehme ich aber auch zwischendurch noch ein kleines instrumental aus dem Film 'Into the wild' auf. Mal sehen:)
LG, Heino

Das gefällt mir sehr gut....Gruß Renate

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