002 Framat's music blog in german & english language 27th of July

Seit meinem letzten Blogeintrag habe ich betreffend meiner Straßenmusik eine entscheidende Änderung vorgenommen: Ich spiele nicht nur mehr ausschließlich Mundharmonika, sondern auch Gitarre. Ich tue das nacheinander und nicht gleichzeitig (z.B. mit Harmonikagestell). Meine Spieldauer variiert von 60 Minuten bis zu 150 Minuten. Das war bisher wirklich reine Spielzeit ohne Pausen.
Heute war ich zum zweiten Mal mit Verstärker, Mundharmonikas und E-Gitarre mit dem Rad von Neukölln nach Friedrichshain unterwegs; in der Schlesischen Straße (Kreuzberg) hatte mein Fahrrad auf der Hinfahrt einen "Platten". Die letzten 500 Meter schob ich das Rad bis zur Eastside Gallery, der Rückweg dauerte dann schon mit gut 6 km etwas länger. Zum Glück geriet ich nicht in den Wolkenbruch.
150 Minuten musizieren mit einem überschaubaren Programm, da kamen mir gleich die Beatles in den Sinn, als sie als Teenager auf St. Pauli spielten. Die hatten zwar noch länger gespielt, waren dabei aber immerhin zu viert (mit Stuart Suttcliff sogar zu fünft :-) Erstmal 15 Minuten Shuffle in E-Dur gespielt. Ich muss mehr üben!!! Meine Eigenkompostion "Verkanntes Genie" kommt in der Instrumental-Version erstaunlich gut an. Zwei junge Italienerinnen fragen mich, ob sie zu meiner Gitarren-Begleitung singen dürfen. Sie dürfen: Wir spielen zusammen 2-3 Strophen von "Sweet home Chicago". Zur Belohnung gebe ich Ihnen einen Euro, was sie überrascht. Letzte Woche bekam ich auch eine überraschende "Belohnung": Ein 50-Jähriger mit Rucksack hörte Bier trinkend meiner Mundharmonika zu (wahrscheinlich aber stand er nur so aus Langeweile dort am Breitscheidplatz herum) und überließ mir dann großzügig die leere Pfandflasche (8 cent Pfand). Ich überließ diese dann aus steuerlichen Gründen der Allgemeinheit.
Am gleichen Tag spielte ich dann 12 km weiter entfernt in der Steglitzer Schlossstraße (nur Mundharmonika mit Verstärker). An meinem von mir ausgewählten Platz tummelten sich Aktivisten der Splitterpartei "BüSo" - das ging eine knappe Stunde gut: Während die Passanten vor den Polit-Aktivisten flohen oder lieber meiner Musik lauschten, statt sich über LaRouche belehren zu lassen, rief einer von ihnen das Ordnungsamt an, um mich zu entfernen. Wenigstens wurde ich darüber vorher informiert, so dass ich schon eingepackt hatte, als die "Leute vom Amt" in Erscheinung traten und nur noch die Papiere und Erlaubnisse der Splitterpartei begutachteten.
Warum alles das? Ich will doch nur spielen. :-)

Since my last blog post I busked not only exclusively on harmonica, but also guitar. Not simultaneously since I am not a rack player. My playing time varies from 60 minutes to 150 minutes. No pauses - breaks only to change the instrument.
Today I was on the road for the second time with amplifier, harmonicas and an electric Guitar from Neukölln to Friedrichshain; the last 500 meters I had a flat tire on my bike and had to push the bike to the East Side Gallery, the way back home was about 6 km. Fortunately, I did not catch the downpour.
150 minutes music with two handfull of songs - the early Beatles came to my mind when they played Hamburg for the 1st time. They had indeed to play longer, but at least they were four of them (with Stuart Suttcliff even five :-) I started with a shuffle in E major (15 minutes). I need more practice!!! My original composition "Verkanntes Genie" (translated "Unappreciated Genius) is well-received (I play only instrumental versions). Two young Italian women from Merano ask me if they can sing along while I am playing guitar: We are playing 2-3 verses of "Sweet home Chicago" together . I give them one Euro for singing what comes to them as a surprise - a start of an international career as a professional vocalist? Last week I got a surprising "reward" myself : A 50-year-old german (with backpack) is drinking beer from a beer bottle while listening (or not listening) to my music. Generously he put the empty returnable beer bottle (8 cent deposit) near my amp, I left it there for fiscal considerations.
On the same day I played more than 12 km further away in the Steglitzer Schlossstraße (only harmonica with amplifier). Political activists of the very small party "BüSo" and I shared the same place for 60 minutes - they agitated and I made music on the blues harp: While passersbys fled from the political activists to listen to my music the party informed the Ordnungsamt (some kind of "poor man's police") to remove me. At least I was informed in advance so that I had already packed my things before the men of the Ordnungsamt arrived. I wonder what that small party exspected when they left their virtual world for reality? Thousands of fans or at least people who like to communicate with them? The real world is different and hard to take if you cannot even tolerate a busker for 60 minutes at your side LOL

Kommentare

Komm mal mit deinen Instrumenten am 09.-11.Dezember zur Nordischen Märchenweihnacht, nach Schloss Britz/Berlin. Da wird deine Musik sicher geliebt. Da wirst du nicht vom Ordnungsamt belästigt.
Und so ganz nebenbei können wir uns mal in Echt kennen lernen.
Beste Grüße
Krawallooo, der Hornschnitzer ;O)

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Gute Idee, Andeas! Bis dahin werde ich hoffentlich ein kleines Set an Liedern haben.
Gruß
Frank

ein Kompliment an deine Arbeiten in der Straßenmusik, die in deinem Musikblog thematisiert werden

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Die Musik kommt zu den Leuten - ohne Zwischenhändler und deshalb kostenlos aber nicht umsonst :-)
Gruß
Frank

Hi Frank! Ich kann mich Deiner Meinung schon anschließen, denn open tunings oder auch das Ulmer tuning portieren Colemans Ansatz wirklich gut. Später mehr dazu..Sorry, daß ich hier derzeit nur Fragmente abliefere. Habe einen Termin mit meiner Nachbarin wegen musikalischem Support und eventueller Kollaboration-sie spielt Piano. Bis dann,
Heino
P.S: Ich habe diese Bezeichnung noch nie gehört..man lernt halt nie aus.

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ist eine Wortschöpfung von Ornette Coleman. Wird man wohl eben auch nur bei seinen Mitmusikern gebrauchen. Danke für dein Interesse.

Guten Morgen!
Ich benötige wohl noch mehr Zeit, um mich mit diesen theorischen Ansätzen zu befassen. bin aber sehr interessiert daran.
Bis dann.
LG, Heino

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